Wenn du einen Stern suchst,
dann schau nicht nach unten,
sondern löse deinen Blick von dem Punkt,
auf dem du stehst,
Schau auch nicht nach vorn,
löse deinen Blick von den Plänen und Strategien,
die du für dein Leben vorsiehst.
Schau nicht nach hinten,
löse deinen Blick von dem,
was mal war und was du nicht mehr ändern kannst.
Schau nicht nach rechts und nach links,
löse deinen Blick von dem Pech und dem Unglück,
das dich vielleicht treffen könnte.
Wenn du die Sterne suchst,
dann schau nach oben.
Richte deinen Blick auf zum Himmel.
Dort wirst du Sterne finden – mehr als genug.
Doch Vorsicht!
Wenn du den Blick wieder senkst,
dann hast du dich vielleicht,
ohne es zu merken,
ein bisschen gedreht,
und schon führt dein Weg
in eine andere Richtung.
Das kann passieren,
wenn du den Himmel entdeckt hast.
Claudia Auffenberg

Mit Brot und Wein

Mit Brot und Wein berührt Gott
unsere Lippen.
Er macht sie dankbar: Herr,
du tust uns gut.
Denn deine Liebe spüren unsre Sinne.
Sie schenkt uns Freude,
Kraft und neuen Mut.

Wo wir gemeinsam zu dir kommen,
wirst du uns ganz in
Brot und Wein zuteil.
Du rufst mit Jesus: Seid willkommen.
Ich kam für euch,
nehmt teil an meinem Heil.

Mit Brot und Wein berührt Gott
unsere Herzen.
Wir atmen auf,
weil er von Schuld befreit.
Was Jesus tat, verändert unser Leben.
Sein Kreuz und Tod
stärkt uns zur Ewigkeit.

Mit Brot und Wein berührt Gott unsere
Hände.
Denn Jesus zeigt, was Liebe alles kann.
Wo wir ihm folgen,
Liebe weitergeben,
kommt, was wir tun,
an Gottes Zielen an.

Hans-Jürgen Man
g

BrotundWein

Zum Menschsein berufen,
ins Dasein geliebt,
aus Erde geschaffen,
vom Geisthauch belebt,
als Mann und als Frau,
Gottes Ebenbild.

Zum Christsein berufen,
beziehung zu leben,
aus Gnade befreit
von Sünde und Tod,
im Wasser der Taufe,
Leben und Kraft.

Nachzufolgen berufen,
zu leben die Gabe,
die Aufgabe ist
und Sendung und Weg.
Ihm nach , unserm Meister,
der mit uns geht.

Zum Dienen berufen,
in je meiner Spur,
in der Vielfalt der Formen
von Arbeit und Amt.
So Kirche zu bauen
Als ein Mosaik.

Johanneskirche02

Persönlich berufen,
unverwechselbar ich,
mit meinem Gepräge,
mit Gott ganz intim,
einmalig wie keiner,
kein Mensch so wie ich.

Lasst dankbar uns preisen
den Herrn, der uns liebt,
der mit gaben uns segnet,
Verantwortung gibt.
In Einheit mit ihm
Wird uns Stärke und Kraft,
sein Geist wirkt in uns,
der Leben schafft.
Text: Sr. Katharina Kluitmann osf

Antoine de Saint-Exupéry:
Herr, lehre mich die Kunst der kleinen Schritte

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag. Laß mich immer wieder herausfinden aus dem täglichen Trott, aus dem ermüdenden Einerlei und Vielerlei, aus Angst und Langeweile. Zu mir selbst möchte ich finden. Hilf mir dazu!
Bewahre mich vor der kindischen Angst, ich könnte das Leben versäumen und "leben", ohne das Leben zu erleben. - Es kommt ja nicht darauf an, daß ich erfolgreich, sondern daß ich gesegnet bin.
Gib mir nicht, was ich wünsche, sondern was ich brauche. Das weißt Du allein. Laß mich erkennen, daß Träume nicht weiterhelfen, weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müßte im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, daß Schwierigkeiten, Niederlagen, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, wodurch wir wachsen und reifen, um unser Leben zu meistern.
Schenke mir eine Portion Mißtrauen gegen mich selbst; keiner kann die Hand für sich ins Feuer legen. Erinnere mich in kritischen Minuten daran, daß das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Ich möchte mich nicht beeinflussen lassen vom Gerede der Leute, alles sehen und vieles übersehen. Gib mir die Kraft dazu.
Halte mich fest, wenn ich versucht bin, bitter oder verbittert zu werden. Schicke mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, die Wahrheit in Liebe zu sagen. Gib mir die tägliche Wachsamkeit für Leib und Seele, eine Geste deiner Barmherzigkeit, ein gutes Wort, ein freundliches Echo und wenigstens hin und wieder das Erlebnis, daß man noch gebraucht wird.
Ich weiß, daß sich viele Probleme dadurch lösen, daß man etwas tut.
Gib, daß ich warten kann. Ich möchte dich immer aussprechen lassen. Das Wichtigste im Leben sagt man nicht sich selbst, es wird einem gesagt.
Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen. Gib, daß ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin. Ich möchte trösten, aber bewahre mich vor der Gefahr, daß ich andere nur vertröste. - Ich möchte das nötige Stehvermögen haben, um Haltlosen Kraft zu bieten.
Herr, lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
 

PA154001

nach Psalm 8 und 91
Was ist der Mensch, dass du um ihn dich sorgst und keinen einzigen
von ihnen abschreibst!
Du läßt ihn an deiner Größe und Macht teilhaben, du willst ihn als
deinen Partner und Mitarbeiter.
Über alles soll er verfügen nach deinem Willen, die Welt darf er
bebauen und gestalten.
Herr-Gott, du bist größer als alle Großen dieser Welt.

Wer in der Geborgenheit Gottes lebt und sein Leben mit ihm gestaltet,
der spricht zum Herrn:
mein bleibender Grund und mein Halt, mein Gott, dem ich vertraue.
Denn er verläßt dich nicht in Intrigen und Krankheit. Er wird dir Heimat geben in seiner Gemeinschaft, und sein Vertrauen wird dich stärken für das Leben.
Seine Wahrheit ermutigt und festigt, dass du nicht ershcrecken mußt in den Angsträumen der Nacht, vor all dem Grauen des Tages, vor lähmender Sinnlosigkeit , vor Krankheit, vor Unheil und Krieg.
Wenn Menschen neben dir fallen und in Verzweiflung sinken, so wird es dich
zutiefst treffen, doch nicht lähmend herabziehen.
Du wirst Freude und Erfüllung darin finden, die Gebundenen zu lösen,
die Gefallenen im Namen Gottes aufzurichten, denn der Herr gibt dir Richtung,
der Höchste setzt dir ein Ziel.
Nichts wird dich von ihm trennen. Er will dir in aller Sinnlosigkeit helfen
zum Sinn, denn seine Liebe wird dich begleiten auf all deinen Wegen.
Schwierigkeiten werden dir nicht erspart bleiben. Du wirst dich siegreich
auseinandersetzen mit der Last der Vergangenheit, mit den menschlichen
Aufgaben der Zeit, mit den technischen Möglichkeiten und Gefahren;
denn Gott will dir helfen, wenn du dich nach ihm ausrichtest.
Wenn du ihn durch dein Tun glaubhaft mache willst, wenn du ihn rufst,
will er dir antworten und bei dir sein in deiner Not.
Er will dich herausreißen und dir sein Ansehen gewähren. Er will dir innere Ruhe geben in deinem Leben und dich heilen mit seiner Gegenwart.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in ewigkeit. Amen.
aus der Gebetesammlung „Miteinander und Füreinander“, zusammengestellt
von Günter Wudi für St. Valentin, 1975

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges nur eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich, daß in den schwersten Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am
meisten brauchte?"

Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."

Originalfassung des Gedichts Footprints © 1964 Margaret Fishback Powers.

Nimm dir Zeit

Nimm dir Zeit zum Arbeiten -
es ist der Preis des Erfolges.

Nimm dir Zeit zum Denken -
es ist die Quelle der Kraft.

Nimm dir Zeit zum Spielen -
es ist das Geheimnis ewiger Jugend.

Nimm dir Zeit zum Lesen -
es ist der Brunnen der Weisheit.

Nimm dir Zeit zum Träumen -
es bringt dich den Sternen näher

Nimm dir Zeit, zu lieben und geliebt zu werden -
es ist der wahre Reichtum des Lebens.

Nimm dir Zeit, dich umzuschauen -
der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein.

Nimm dir Zeit zum Lachen -
es ist die Musik der Seele.

Nimm dir Zeit, freundlich zu sein -
es ist der Weg zum Glück.

      Nach einem alten irischen Gebet

AUFFORDERUNG

Das Leben ist eine Chance, nutze sie. 
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie. 
Das Leben ist Seligkeit, genieße sie. 
Das Leben ist ein Traum, 
mach daraus Wirklichkeit. 
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie. 
Das Leben ist ein Spiel, spiele es. 
Das Leben ist kostbar, 
geh sorgfältig damit um.
Das Leben ist Reichtum, bewahre ihn. 
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr. 
Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es. 
Das Leben ist Versprechen, erfülle es. 
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie. 
Das Leben ist eine Hymne, singe sie. 
Das Leben ist eine Herausforderung, 
stelle dich ihr. 
Das Leben ist ein Kampf, akzeptiere ihn. 
Das Leben ist eine Tragödie, ringe mit ihr. 
Das Leben ist ein Abenteuer, wage es. 
Das Leben ist Glück, verdiene es. 
Das Leben ist das Leben, bewahre es.
Das Leben ist lebenswert, lebe es.
nach Mutter Teresa

Du bist du ...
Jürgen Werth
Vergiss es nie:
Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir.
Vergiss es nie:
Dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich.
Vergiss es nie:
Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du, und niemand lächelt so, wie du's gerade tust.
Vergiss es nie:
Dein Gesicht hat niemand sonst auf der Welt, und solche Augen hast alleine du.
Vergiss es nie:
Du bist reich, egal, ob mit, ob ohne Geld, denn du kannst leben! Niemand lebt wie du.
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal,
ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu. Du bist du.

"Fange den Tag von heute nicht mit
den Scherben von gestern an!
Der Tag von gestern,
alle Tage und alle Jahre von früher sind vorbei,
begraben in der Zeit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern!
Hat es Scherben gegeben?
Schlepp sie nicht mit dir herum!
Denn sie verletzen dich Tag für Tag,
und zum Schluss kannst du nicht mehr leben.
Es gibt Scherben,
die wirst du los,
wenn du sie Gott in die Hände legst.
Es gibt Scherben,
die kannst du heilen,
wenn du ehrlich vergibst.
Und es gibt Scherben,
die du mit aller Liebe nicht heilen kannst.
Die musst du liegen lassen..."
Phil Bosmans

Ich bin da

In das Dunkel deiner Vergangenheit
und in das Ungewisse deiner Zukunft,
in den Segen deines Helfens
und in das Elend deiner Ohnmacht lege ich meine Zusage
ICH BIN DA

In das Spiel deiner Gefühle und in den Ernst deiner Gedanken
In den Reichtum deines Schweigens und in die Armut
Deiner Sprache lege ich meine Zusage
ICH BIN DA

In die Fülle deiner Aufgaben und in die Leere deiner
Geschäftigkeit, in die Vielzahl deiner Fähigkeiten
Und in die Grenzen deiner Begabung
Lege ich meine Zusage
ICH BIN DA

In das Gelingen deiner Gespräche und
In die Langeweile deines Betens,
in die Freude deines Erfolges und in
den Schmerz deines Versagens
lege ich meine Zusage
ICH BIN DA

In die Enge deines Alltags
Und in die Weite
Deiner Träume,
in die Schwäche
deines Verstandes
und in die Kräfte
deines Herzens
lege ich meine
Zusage
ICH BIN DA

Ich wünsche Dir Zeit
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Elli Michler

Steinherz

Was ist Glück?
Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
Vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist,
Glück ist Sonne nach dem Guss,
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis isst,
Glück ist auch ein lieber Gruß.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist weißer Meeresstrand,
Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist eines Freundes Hand.

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.

(Clemens von Brentano)

Die kleine Kraft
Du hast nur eine kleine Kraft
und bist oft am Verzagen.
Du meinst des neuen Tages Last
vermagst Du nicht zu tragen.
Doch hast Du nicht daran gedacht,
daß Gott Dir Kraft verheißen
und dich nichts aus seiner Hand
der Stärke kann entreißen?
Du mußt ihm und seinem Wort
mehr, ja vielmehr vertrauen,
dann läßt er Dich an jedem Tag
daß große Wunder schauen!
Daß Deine kleine, schwache Kraft
zur Stärke sich entfaltet,
weil er die Schwachheit durch sein
Wort zu neuer Kraft gestaltet.

Die Geschichte von dem Mann, der einen Stern suchte und den Himmel fand
Ein Mann suchte einmal einen Stern. Es sollte ein besonders schöner und guter Stern sein, denn er wollte sein Leben darunter stellen. Zuerst einmal suchte er zu Hause. Vielleicht hatte er noch irgendwo einen Stern herumliegen. Man konnte ja nie wissen. Manchmal hatte er beim Aufräumen Sachen gefunden, die er im Laufe der Jahre ganz vergessen hatte.
Aber so sehr er auch seine Schubladen durchwühlte: Er fand keinen Stern, unter den er sein Lebenstellen könnte.

Weil man heutzutage alles kaufen kann, ging er in ein großes Kaufhaus. Vielleicht gab es dort einen Stern zu kaufen. Doch so sehr er durch die Gänge lief und in den Regalen suchte: Ein Stern, unter den er sein Leben stellen könnte, war nicht zu finden.
Dann dachte er sich: Manchmal liegt das Glück ja auf der Straße. Vielleicht finde ich hier meinen Stern. Und so schaute er auf dem Boden nach, ob dort zufällig ein Stern für ihn liege. Beinahe wäre er gegen eine Laterne gelaufen, weil er nur noch nach unten schaute.
Doch auf der Straße lag kein Stern, unter den er sein Leben stellen könnte.
Traurig ging er nach Hause.
Da kam er an einer Pfütze vorbei und siehe da: Darin lag ein schöner und guter Stern. Als der Mann sich den Stern nehmen wollte, erkannte er, dass es ein Spiegelbild war. Schnell blickte er nach oben, um dort den wirklichen Stern zu finden. Und was er da sah, erstaunte ihn: Der ganze Himmel war über und über mit Sternen übersät, einer schöner und besser als der andere. Welcher war denn nun der Stern gewesen, den er in der Pfütze gesehen hatte? Er konnte es nicht mehr erkennen. Aber das war nicht schlimm. „Was soll ich mein Leben nur unter einen einzelnen Stern stellen, wenn der ganze Himmel voll davon ist?“, dachte sich der Mann. „Da oben sind so viele Sterne, davon ist immer einer für mich da.“ Und so beschloss der Mann, von nun an sein Leben nicht unter einen einzigen Stern, sondern unter den Segen des Himmels zu stellen.
Claudia Auffenberg

Sterne
Kindersonne

Desiderata

So führst du ein glückliches Leben
Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hektik. Denke daran: Frieden findest Du in der Stille. Pflege gute Beziehungen zu Deinen Mitmenschen, versuche mit ihnen auszukommen, soweit es Dir möglich ist, ohne Dich selbst aufzugeben.Was Du als wahr erkannt hast - sprich es offen und ehrlich und in ruhigen klaren Worten aus. Höre anderen zu, selbst wenn sie Dir dumm, langweilig und unwissend erscheinen. Ihr Schicksal hat sie so geformt wie sie sind. Gehe den Lauten und Streitsüchtigen aus dem Weg. Sie verdrießen nur Deinen Sinn.
Wenn Du Dich mit anderen Menschen vergleichst, könntest Du eingebildet oder verdrießlich werden. Du kannst sicher sein: Es wird immer Menschen geben, die bedeutender sind als Du und auch solche, die weniger können.
Genieße, was Du erreicht hast. Begeistere Dich für die Pläne, die Du noch verwirklichen willst.
Arbeite an Deiner beruflichen Fortentwicklung und Entfaltung. Wie bescheiden Deine Arbeit auch sein mag, ein guter Beruf ist eine unschätzbare Mitgift für alle Wechselfälle des Lebens.
In geschäftlichen Angelegenheiten lasse Vorsicht walten, denn die Welt ist voll List. Aber das soll Dich nicht blind dafür machen, daß es auch rechtschaffene Leute gibt. Viele Menschen streben nach höheren Zielen, und überall im Leben gibt es Helden.
Sei Du selbst. Heuchle weder Zuneigung, noch mache höhnische Bemerkungen über die Liebe. Ungeachtet der alltäglichen Trostlosigkeit und trotz vieler Enttäuschungen und mancher Verdrossenheit - die Liebe verdorrt nicht, sie wächst und wächst wie das Gras auf der Wiese.
Du wirst jeden Tag ein bißchen älter. Akzeptiere das dankbar. Und wenn es an der Zeit ist, lasse die Prioritäten der Jugend mit Würde hinter Dir. Die Jugend hat ihre Zeit, das Alter hat seine Zeit.
(Oder: Beuge Dich dankbar dem Rat der zunehmenden Lebensjahre und lasse, wenn die Zeit gekommen ist, die Jugend mit Würde los. Die Jugend hat ihre Zeit, das Alter hat seine Zeit.)
Erhalte Dir die Schärfe Deines Verstandes. Mit einem geschulten Geist bist Du gefeit, wenn Dich ein unerwartet ein Mißgeschick trifft.
Belaste Dich nicht mit finsterem Grübeln. Viele Ängste keimen vor allem dann auf, wenn Du müde oder einsam bist. Praktiziere eine zuträgliche Selbstdisziplin, aber gehe behutsam mit Dir um.
Genau wie die Bäume auf dem Feld und die Sterne am Himmel, so bist Du ein Geschöpf des Universums. Dein Schöpfer hat es für gut befunden, daß Du hier bist. Du hast deshalb ein Recht darauf. Ob Du es verstehst oder nicht: Das Universum entwickelt sich ganz gewiß so, wie es sein Architekt geplant hat.
Lebe deshalb in Frieden mit Gott, was auch immer er Dir bedeutet. Und was immer Deine Bemühungen, Sehnsüchte und Ziele im lärmenden Wirrwarr des Lebens seien - strebe nach innerer Harmonie. Trotz aller Enttäuschungen, trotz aller Plackereien und trotz aller zerronnenen Träume - es ist eine schöne Welt.
Sei froh und heiter. Setze alles daran, glücklich zu sein.
Originaltext von Max Ehrmann
© 2004 Copyright für die Übersetzung: GüntherW.Frank.
 

Glauben heißt die Hand erfassen,
die dir Gott entgegenhält,
und sich täglich führen lassen
auf dem Weg durch diese Welt.

Willst du glücklich sein im Leben,
trage bei zu andrer Glück.
Denn die Freude, die wir geben
kehrt ins eigne Herz zurück.

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Türen

Man kann sich nicht ein Leben lang
die Türen alle offen halten,
um keine Chance zu verpassen.

Auch wer durch keine Türe geht
und keinen Schritt nach vorne wagt,
dem fallen Jahr für Jahr die Türen
eine nach der anderen zu.

Wer selber leben will,
der muss entscheiden,
mit JA und NEIN
im Grossen und im Kleinen.

Wer sich entscheidet - wertet, wählt,
und das bedeutet auch: Verzicht.
Denn jede Tür, durch die er geht,
verschliesst ihm viele andere.

Man darf nicht mogeln und so tun,
als könne man errechnen und beweisen,
was hinter jeder Tür geschehen wird.
Ein jedes JA - auch
ist doch ein Wagnis und verlangt ein Ziel.

Das ist die erste aller Fragen:
Wie heisst das Ziel,
an dem ich messe JA und NEIN?
Und: Wofür will ich leben?

P. Roth

Die Kraft aus der Stille!

Zu einem Mönch kamen eines Tages mehrere Europäer, die ihn fragten:
"Was für einen Sinn siehst du in der Stille?"

Der Mönch war gerade mit dem Schöpfen von Wasser aus einer tiefen Zisterne beschäftigt.
Er antwortete lächelnd seinen Besuchern: "Schaut in die Zisterne! Was seht ihr?"

Die Europäer blickten in die tiefe Zisterne. "Wir sehen nichts."

Nach einer kurzen Weile forderte der Mönch sie erneut auf:
"Schaut in die Zisterne! Was seht ihr?"

Die Leute blickten wieder hinunter. "Ja, jetzt sehen wir uns selber!"

Der Mönch sprach: "Schaut, als ich vorher Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig.
Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille. Man sieht sich selber!"

P8213877

zu Allerseelen

Ich denke mir oft,
dass ich vor der Geburt
von meiner Mutter
umgeben war, in ihrem Leib,
ohne sie zu kennen.
Dann brachte sie mich
zur Welt, und ich kenne sie nun
und lebe mit ihr. So, glaube ich, sind wir
als Lebende von Gott umgeben,
ohne ihn zu kennen.
Wenn wir sterben,
werden wir ihn erfahren,
so wie das Kind seine Mutter,
und mit ihm sein.
Warum soll ich den Tod fürchten?

Zufriedenheit
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."
Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein."

Verurteilen ist nicht schwer!

Wenn er seine Arbeit nicht zu Ende bringt,
ist er faul.
Wenn ich meine Arbeit nicht zu Ende bringe,
bin ich überarbeitet.
Spricht er über andere,
ist er ein Klatschmaul.
Spreche ich über andere,
übe ich Kritik.
Beharrt er auf seinem Standpunkt,
ist er stur.
Beharre ich auf meinem Standpunkt,
bin ich konsequent.
Redet er nicht mit mir,
ist er hochnäsig.
Rede ich nicht mit ihm,
habe ich anderes im Kopf.
Ist er freundlich,
führt er etwas im Schilde.
Bin ich freundlich,
ist das meine angenehme Art.
Schade, dass er mir gar nicht ähnlich ist! (?)

Besinnliches
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